Donnerstag, 20. Oktober 2011

Fall Fun - oh, abgeschweift....

Ich habe, anders als viele Menschen, gar keine liebste Jahreszeit. Irgendwie kann ich allen etwas abgewinnen. Das einzige, was ich habe, ist ein "Hass"-Monat. Nee, der November, den die meisten Menschen glaube ich ganz garstig finden, ist es nicht, denn der November ist mein Geburtsmonat. Und auch, wenn ich langsam in ein Alter komme, in dem man sich gemeinhin nicht mehr superenthusiastisch über jedes dazugekommene Jahr freut, bin ich noch nicht so weit und mag trotzdem Geburtstag haben. Und da ich erst Ende November Geburtstag habe, kann ich mich quasi den ganzen langen, nassen, dunklen Monat drauf freuen. Praktisch, oder? Nein, nein, es ist der arme Februar, den ich nicht leiden kann. Wenn Weihnachten vorbei ist, freue ich mich immernoch über den Winter --- so ungefähr 2-3 Wochen lang. Ende Januar langt es mir dann aber, und ich fange an, den Frühling herbeizusehnen. Und dann- bämmm- kommt der Februar, und mit ihm geht der Winter oftmals erst so richtig los oder geht (in den letzten Jahren) in die zweite oder dritte Runde, während ich eigentlich im Kopf schon auf pastellfarbene Frühlingsdeko eingestellt bin und wie ein Trüffelschwein die ersten Krokusse im Vorgarten suche. Nein, der Februar und ich, wir werden nicht warm. Der März ist auch nicht mein bester Freund, aber immerhin, die Krokusse hat er allermeistens im Gepäck. Ich habe auch einen Lieblingsmonat, ratet mal. Rischtisch, das ist natürlich der Dezember. Ich alte Kitschtante liebe liebe liebe Weihnachten und die Zeit der Vorfreude darauf. Das ewige Gejanke über die ach so stressige Weihnachtszeit kann ich nicht verstehen und auch nicht gutheißen. Nein, nein, da muss ich streng über den Rand der imaginären Fräulein-Rottenmeier-Brille (back on popular demand!) schauen und sagen: warum macht man sich denn auch so einen Stress? Wer zwingt einen, sich zwei Tage vor Heilig Abend verschnupft in eine überfüllte Innenstadt zu begeben, um noch eben ein Geschenk (ja was nur) für Tante Hilde, Freundin 1,2,3 und natürlich auch für´s Abschlusswichteln im Kinderturnverein zu besorgen? Warum muss an Heilig Abend eine Gans zubereitet werden, wenn ich damit heillos überfordert bin und weiß, dass ich den ganzen Tag in der Küche stehen und keine Minute Zeit haben werde, den Tag zu genießen? Wo bleibt denn da die Besinnlichkeit???
Übrigens werde ich dieses Jahr eine amerikanische Tradition einführen, die ich absolut großartig und sinnvoll finde: Bescherung gibt es erst am 25. morgens, im Pyjama, mit heißer Schokolade und Kaffee. Der Heilige Abend ist oft so vollgepackt (bei uns zumindest und quasi bei jedem Menschen, den ich kenne) mit Kirche, Essen Vorbereiten, Essen Zusichnehmen, Bescherung, dass die besagte und mir doch so wichtige Besinnlichkeit gerne abhanden kommt. Und dann ist spätestens am 2. Weihnachtsfeiertag die Luft raus und alles sitzt nur noch PUHHH stöhnend im Sessel und die Kekse schmecken auch nicht mehr. Ok, das Problem haben die Amis nicht, denn sie haben nur einen Weihnachtsfeiertag, der 26. ist schon wieder regulärer Arbeitstag. Aber in jedem Fall ist es doch eine gute Idee, an Heilig Abend einfach nur toll zu essen (Ich bin durchaus für festliches Essen mit schöner Deko, nicht dass ich da missverstanden werde. Nix Kartoffelsalat und Würstchen. Aber ich würde versuchen, mich mit meinen Kochprojekten nicht zu übernehmen) und dann ausgeschlafen und in Ruhe am nächsten Morgen zu bescheren. Ja, ok, wenn die Kinder in einem Alter sind, in der offene Rebellion an der Tagesordnung sein wird, werde ich das wohl nicht beibehalten können. Aber vielleicht ist es ja bis dahin auch eine lieb gewordene Familientradition, wer weiß?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wieso ich jetzt so ausgiebig über Weihnachten geschwatzt habe. Ich wollte eigentlich was zu unseren Herbstfreuden hier posten. Nagut, später dann. Mit der Weihnachtsvorfreude kann man ja nicht früh genug beginnen.


Kommentare:

  1. Habe sehr gelacht....danke! :O) Bei uns gibt´s die Geschenke dieses Jahr auch erst wieder am 25ten, da J. dann erst zu mir kommt. Und den Februar finde ich auch gruselig. Leider leider hab ich in den letzten Winterzügen Geburtstag und zu allem Überfluss auch noch gerne am Rosenmontag. Hei...Moment mal. Eigentlich müßtest Du den Februar doch lieben ;O).

    AntwortenLöschen
  2. Karneval macht ihn erträglicher, das stimmt :-))

    AntwortenLöschen
  3. Liebes B....,
    Weihnachten finde ich auch toll, aber es sind und bleiben Plätzchen und nicht Kekse, die futtert das Krümelmonster....
    Ich habe mir auch vorgenommen, dass dieses Jahr besinnlich und entspannt(er) ablaufen soll. Deine Idee mit dem 25. finde ich super und werde ich auch mal vorschlagen.
    Was ausserem toll ist an Weihnachten ist das Fersehprogramm mit Sissi, dem kleinen Lord, drei Nüsse für Aschenbrödel, Winnetou und den Mädels vom Immenhof. Für mich ganz persönlich könnten die ARD auch mal wieder Silas auflegen, in den ich als zehnjähriges Mädchen mit Gipsbein unsterblich verliebt war. Patrick Bach war damals auch 10 und soooooo süß!
    Aber vor Weihnachten kommt ab Sonntag für uns erstmal noch zwei Wochen Spanien und hoffentlich Wärme! Und dann Dein großer Geburtstag :-))
    Knutschus grandus, Deine C.

    AntwortenLöschen
  4. Plätzchen? PHhhhhhhh. Ein Plätzchen ist ein netter Platz. Das Wort heißt Kekse, Mannmannmann!

    AntwortenLöschen
  5. Wenn ich dazu auch mal was anmerken darf: Weihnachtsgebäck heißt auf gut schwäbisch "Gutsle" oder "Breedle" ;-) Egal, schmecken tun sie allemal und ich freu mich schon aufs erste Backen mit Möhrchen!

    Mein persönlicher Hassmonat ist übrigens der März, weil er schon immer so tut, als ob bald Frühling ist und einen dann mit Schnee, Eis und Kälte nervt.

    LG
    Poldi

    AntwortenLöschen