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Donnerstag, 29. November 2012

Holly P.

An der unsäglichen Petraeus Affaire kommt man dieser Tage nirgendwo vorbei. Nicht in Deutschland und noch weniger in Amerika. Soweit, so gut. Eigentlich ja nichts Besonderes. Nur: egal, welchen Kommentar man sich ansieht oder anhört, früher oder später kommt dann doch ein lapidares: "Ja, Hergott, wenn die Ehefrau auch so ein arger Besen ist..." - so oder so ähnlich zumindest der Tenor. Der gute David konnte quasi nicht anders, als sich außerehelich zu vergnügen, muss man doch verstehen, oder? Da könnte ich, mit Verlaub, das kalte Ko...en kriegen! Davon abgesehen, dass der gute Herr General in meinen Augen auch nicht gerade eine Sahneschnitte ist (was seine Frau zu rund ist, ist er zu hager- aber liebe Güte, sie sind halt auch beide keine 20 mehr), muss die Frau Nebenbuhlerin-Biografieschreiberin ja völlig fanatische Züge und nur eine mäßige Intelligenz haben, wenn sie einer mutmaßlichen Nebenbuhlerin anonyme Drohemails en masse schreibt. Alle bekloppt, außer Holly. Die scheint mir eigentlich ganz in Ordnung zu sein. Nur sollte sie den Alten jetzt mal stehen lassen, ihre konservativen Kostümchen ablegen, zum Friseur gehen, und den hämischen Kommentatoren mal zeigen, was ne Harke ist.


Dienstag, 10. Januar 2012

Tage wie dieser


...enden so (man beachte die Beinstellung der Tochter. Trotz Heulattacke: soviel Zeit muss sein, sich wie eine Lady hinzustellen).


Und fangen so an:

-Wachmaschine kaputt. Das Teil, das ohnehin schon nur mangelhaft wäscht (wie alle Maschinen in diesem Land), pumpt das Wasser nicht mehr ab. Das ist unschön, post Urlaub schon fast katastrophal.

-Toilette verstopft. Nicht das erste Mal und nicht ungewöhnlich, aber trotzdem eklig. Der zum Interieur dieses Hauses gehörende "Pömpel" wird von mir ignoriert, seitdem ich ein einziges Mal versucht habe, eine Verstopfung damit zu lösen. Politisch korrekt oder nicht, ich kippe die erste Ladung Chemie in die Toilette.

-Kind kriegt Zahn und ist meckerig, anderes Kind trotzt und ist ebenfalls meckerig. Traumvoraussetzung, um beide in ihre Winterklamotten (Zwiebellook, natürlich) zu bekommen. Schon leicht genervt, will ich eben den letzten Finger in den Handschuh stopfen, da tönt es aus dem Mund der kleinen Miss "Dinker ´macht". Oh toll. Alles nochmal ausziehen, Windel wechseln. Erstgborener nölt, weil er drei Minuten angezogen ausharren soll.

-Zweites Kind wieder bekleidet, soll in Kinderwagen, damit wir zum Einkaufen gehen können. Will nicht im Kinderwagen sitzen, macht sich stocksteif und schreit wie am Spieß.
Erstes Kind hingegen will nicht laufen, sondern auf´s "Booooard". Nervnervnerv. Alle laufen ein paar Meter, bis ich die Kleine mit dem alten Trick (Essen anbieten) doch in den Wagen hieven kann. Eine Minute später sieht Kind aus wie Ferkel- der frisch gewaschene Mantel voll halbzerkautem Zeug. Wie schafft die das immer? Wir erinnern uns: Waschmaschine kaputt.

-Mann ist ausnahmsweise mal zu seinem Vergnügen über´s Wochenende unterwegs. Wieso ??? Wieso??? Wieso ist dieser Mensch nicht hier, wenn man ihn braucht?

- Kinderwagen mit nöliger Tochter, die ALLES, aber auch ALLES, was sie erreichen kann, aus den Regalen räumt, und mit der notwendigen zweiten Ladung Chemie für die Toilette, sowie (fast ebenso wichtigen ) Lebensmitteln für´s Abendbrot beladen, Sohn an der Hand, leicht verschwitzt vor der Kasse: Portemonnaie (ich weiß, das schreibt man jetzt anders) nicht da. Leicht hektisches Suchen wird zu oberhektischem "Ich-Schmeiß-Alles-Aus-Der-Tasche", was aber auch nichts nützt: Kein Geld dabei. Alles wieder in die Regale räumen. Ja, L., auch die Bretzel. Neiiin, darüber muss man NICHT heulen....

Undsoweiterundsofort. Am Ende dieses Tages waren alle drei anwesenden Personen voneinander völlig bedient, und an eine Kommunikation ohne Schreien und Heulen war kaum noch zu denken. Da hilft nur, gemeinsam mit den Kindern ins Bett zu gehen und solche Tage möglichst früh zu beenden.

Waschmaschine und Toilette sind übrigens wieder funktionstüchtig, bis zum nächsten Mal.


Samstag, 29. Oktober 2011

Gähn...



Nach einer weiteren himmlischen Nacht bin ich wirklich dankbar, dass V. heute wieder landet. Wie sehr er nach einem 19 Std Flug hilfreich in die Kinderbändigung eingreifen kann, weiß ich nicht, aber des Mäuschens kann er sich zumindest annehmen. Mäuschen hat mich gestern frühzeitig die Treppe hoch in mein Bett getrieben - es rannte hier so dermaßen keck und ohne Zeichen von Angst herum, dass ich wirklich Schiss hatte, es flitzt auf einmal über meine Füße. Ich glaube, es denkt ICH sei hier der EIndringlich und das ist hier seine Wohnung. Ich weiß, ne Maus ist keine Giftschlange. Aber ich mag sie einfach nicht.

Miss R. hat offenbar Alpträume, diese Nacht war es wieder ganz furchtbar. Nachdem ich im Stundentakt an ihrem Bett stand, habe ich irgendwann beschlossen, dass sie mit in mein Bett muss, ob sie will oder nicht. Nach einer geschlagenen Stunde Wachsein ist sie dann auch irgendwann endlich eingeschlafen. R. und ich haben übrigens eine andere Marschrichtung als L. und ich: wir haben uns wie die Uhrzeiger im Bett herumgewälzt (dh: ich zentimeterweise weg, sie hinterher). Heute Morgen lagen wir auf der neun.
Ich hatte je gehofft, dass Babygirl nach der kurzen Nacht mal ein Stündchen länger schläft, aber ihre innere Uhr hat pünktlich um halb sieben geklingelt, zum Ausgleich ist sie jetzt schon seit dem Aufstehen knatschig.

Zu allem Überfluss regnet es Bindfäden, an Rausgehen ist nicht zu denken, und unsere schönen Halloweenpläne für heute (Kinderparty im Botanischen Garten) können wir wohl leider vergessen. Überhaupt ist das Wetter ganz garstig, vorgestern kam eine Kaltfront und die Temperaturen sind mal eben in einer Nacht 10 Grad gesunken. Auf einmal habe ich dauernd kalte Füße und fröstele vor mich hin. Ob es das jetzt schon war mit dem goldenen Herbst? Da habe ich das NY Wetter ggf zu früh gelobt. Naja, abwarten und Tee trinken. Und das mach ich jetzt auch mal.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Von Mäusen und Menschen

Ich weiß nicht wieso: Mäuse lieben mich. Und leider meine ich nicht Mäuse umgangssprachlich für Geld, sondern die kleinen, in den Augen vieler Zeitgenossen ach so possierlichen Tierchen. Ich bin oft in meinem Leben umgezogen. Und ich glaube, in fast jeder Wohnung hatte ich mal eine Maus. Ja, auch beim letzten Mal NY- im 12. Stock! So auch hier. Ich hatte das völlig verdrängt- bei meinem Julibesuch hatte der liebste Ehemann abends eine Maus gesehen und mir versprochen, das Problem zu lösen, bis ich mit den Kindern hier einziehe. Nee, nee. Das war wohl nichts. Ich hatte schon die ganzen letzten Tage so einen Mauseverdacht. Denn als ich vor ein paar Tagen, nachdem ich R mittags hingelegt hatte, noch ein wenig oben auf dem Bett lag und die Augen gerade zufallen wollten, hatte ich ganz stark das Gefühl, hier unten würde jemand langlaufen. Also, nicht jemand, aber etwas. Krallen auf Holz. Als ich herunterkam, war natürlich nichts zu sehen, und ich habe schon gedacht, ich wäre ohne es zu merken eingeschlafen und hätte das geträumt. Ich habe nämlich echt eine leichte Mausephobie, seitdem eine mal in meinem Bett über mich gehuscht ist. Als ich damals meine Eltern völlig aufgelöst weckte, wurde ich erstmal ausgelacht, bis mein Vater dann doch mitten in der Nacht mit der Taschenlampe unter alle Möbel leuchtete und das Vieh entdeckte und einfing. Aber war leider nichts mit Traum: da sitze ich hier eben auf der Couch und lese, und da kommt ganz gemütlich eine Maus daher, spaziert fröhlich und in keinster Weise hektisch unter dem Tisch herum und schaut sich um, ob nicht von R´s täglichem "Selba/leine"-Krümel-Desaster ein paar Reste zu finden sind. Ich bin einigermaßen fertig, denn ich weiß ja nunmal, dass die Viecher auch Treppen hochgehen und durch die Betten huschen können. Puhhh. Das wird eine unruhige Nacht, soviel steht fest. Bin ferner ein bisschen sauer auf den liebsten Ehemann, denn "Task Mäusebeseitigung" ist mal eindeutig nicht erfolgreich zu Ende geführt worden. Ich erledige die von ihm mir freundlichst übertragenen Projekte ("schaff die dämliche IKEA Matratze her") ja schließlich auch, auch wenn ich dabei mindestens 7 neue graue Haare bekomme.

Die letzte Nacht war auch schon reichlich ätzend. Töchterchen war von 11 Uhr an alle zwei Stunden wach. Das haben wir öfter mal, aber üblicherweise brabbelt sie dann ein bisschen vor sich hin oder verlangt nach Wasser oder Nunu und schläft dann weiter. Letzte Nacht aber hat sie Zeter und Mordio geschrien. Mir kam es vor wie Alpträume, aber sagen konnte sie es natürlich noch nicht. Sie war nicht nass und hatte keinen Durst, und Schmerzensschreie hören sich auch anders an, außerdem war sie sofort ruhig, wenn ich bei ihr war. Untypischer Weise brauchte sie wohl meine Nähe, so dass ich mich alle zwei Stunden 10 min summend über ihr Gitterbettchen beugen und sie streicheln musste. Gähn. Um 2 Uhr nachts rief dann auch noch Söhnchen- das erste mal, seit er trocken ist, war ihm ein Pieselunfall passiert, es war auch wirklich ALLES nass. Komplette Umziehaktion, in dem Bett konnte er nicht mehr schlafen, also rüber zu mir. Um 3 dann schrie Babymädchen so jämmerlich, dass ich wider besseren Wissens versuchte, sie auch noch mit zu mir hinüber zu nehmen. Das ist für R. allerdings das Zeichen zum Spielen, sie schläft einfach nur in ihrem eigenen Bett. L. wurde natürlich wach und die beiden fingen an sich zu pieksen und zu kichern. Seufz. Nach 15 min R. wieder in ihr Bett verfrachtet. Weiterhin miserabel geschlafen, weil mein Sohn, wenn er bei mir schläft, wie Klebstoff an mir klebt. Egal, wie oft ich mich vorsichtig und zentimeterweise wegrolle, Söhnchen robbt hinterher. Irgendein Körperteil muss er an mich quetschen, sonst kann er scheinbar in meiner Nähe nicht schlafen. Das ist eigentlich natürlich total süß und rührend, nur schlafe ich dann immer so verkrampft, dass ich Rückenweh bekomme. Nachdem wir uns das zweite mal quer durch das Bett eine Robb-Verfolgungsjagd geliefert hatten (wenn ich am Rand ankomme, stehe ich auf und wechsle auf die andere Bettseite), sage ich zu ihm: "L., jetzt kuschel doch mal mit Charly" (Teddy). Antwort: "Aber Du bist viel kuscheliger." Heute Morgen, als wir zum Aufwachen ein bisschen muckelten, lag er eingekuschelt in meinem Arm und fragte dann: "Du, Mama, können wir vielleicht mal SO schlafen?" Sausüß, der Bengel. Babymädchen hingegen ist nicht so die Verkuschelte und sagt immer entschieden "NEIN", wenn ich sie frage, ob ich ein Küsschen bekomme. Ist aber nicht minder niedlich.
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Nur die Maus, die finde ich kein bisschen niedlich!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Kurzer Zwischenbericht

Grusel grusel. Aber es wäre ja auch komisch, wenn immer nur alles glatt gehen würde.

Hinflug war katastrophal. Miss R. hat krakeelt und Party gemacht wie das so ihre Art ist und war durchaus nicht bereit, länger als 30 min auf dem 8Std Flug zu schlafen. War schon mit zwei Erwachsenen recht anstrengend. Vor dem Rückflug graut es mir jetzt schon. In NY hat sie noch bis nachts um drei nach deutscher Zeit durchgemacht-- das war unglaublich-- , leider ist sie dann aber trotzdem um drei amerikanischer Zeit aufgewacht. Und tut es seitdem Nacht für Nacht für Nacht. Völliger Jetlag. Sie ist dann auch nicht mehr zum Schlafen zu bewegen, obwohl es draußen stockdunkel ist. Himmlisch. Ich bade, wickle, spiele also Nacht für Nacht mit Madame, die sich ihren Schlaf dann häppchenweise tagsüber holt.

Besonders die ersten zwei Tage war das ätzend. In einem Haus ohne Möbel, ohne Spielzeug, ohne Kaffeemaschine und überhaupt ohne alles sind solche Nächte nochmal nerviger, als zu Hause in gewohnter Umgebung und mit voll eingerichtetem Kinderzimmer.
Und die Tage waren ja ebenso anstrengend. Klar denkt man es gibt Schlimmeres, als ein Haus einzurichten, aber ehrlich gesagt, viel Spaß macht es echt nicht. Zumal hier 40 Grad im Schatten sind und das auch nicht gerade meine Laune hebt. Immerhin- der Ikeadeliveryman kam und hat auch das Wichtigste mitgebracht- außer dem Allerwichtigsten, einer Matratze. War ausverkauft. Haha.

Die anderen Deliverys laufen nicht ganz so gut. Aber eben genau so, wie ich es erwartet habe- UPS gibt zwar immer sehr lange time slots, an denen man zu Hause sein muss, wenn man sein Paket bekommen will (zB 9-13 Uhr), halten sich dann aber nicht dran. Auch ein vorsorglich an die Tür gepeppter Zettel mit der Bitte anzurufen, sollten sie früher kommen (ich war nur eben im Supermarkt nebenan und es war 8!!!) wird geflissentlich ignoriert und der "Konnte nicht liefern" Zettel fröhlich danebengepeppt. Gestern, als ich das beim Nachhausekommen sah, habe ich wirklich mal kurzzeitig die Nerven verloren und mitten auf der Straße angefangen zu heulen. Schlafentzug und Heimweh nach Söhnchen haben mein Nervenkostüm wohl etwas dünn werden lassen... Die Timewarnerjungs waren dann da und meinten, alles getan zu haben, was sie sollten (sie haben auch brav Kabel verlegt und ein anständiges Loch gebohrt), als sie gingen, taten es aber weder Internet noch Fernseher- nur das Telefon, das ging. Als ich zart andeutete, sie wären doch gekommen, damit anschließend alles läuft, klärten sie mich auf, das sei falsch gedacht, sie könnten ja auch nicht in die Wände gucken, da sollte mein Mann sich was überlegen. Zum Glück haben wir hier einen technisch sehr begabten Freund, der schnell rausfand, dass nur ein Kabel fehlt. Wieso das die Fachmänner nicht wissen, ist mir schleierhaft---

und so geht das den ganzen Tag. Heute ist Donnerstag und die Hälfte dessen, was wir schaffen wollten (also: ich), ist nicht geschafft. Aber so ist das wohl immer, nicht nur in Mikaka. Und erst recht, wenn man ein 15 Monate altes Kind dabei hat, dann schafft man eigentlich gar nix anderes.

Morgen nimmt V sich zum Glück frei. Ich muss nämlich zu der Kindergartentrulla und ich glaube, wenn ich da mit Miss R. auftauche, werden wir gleich einen schlechten Start haben. Ist bestimmt nicht appropriate.

So weit der nicht gerade enthusiastische Zwischenbericht. Nächstes Mal hoffentlich wieder positiver....Drückt bloß die Daumen für den Rückflug.